CMD / Kiefergelenkserkrankung

Uwe Storch zum Thema CMD und Kiefergelenkserkrankungen

Interview mit Zahnarzt Uwe Storch zum Thema CMD/ Kiefergelenkserkrankungen

Interview mit Zahnarzt Uwe Storch zum Thema CMD/ Kiefergelenkserkrankungen

Kiefergelenksschmerz, Spannungskopfschmerz, Gelenkgeräusche und andere Beschwerden im Kopfbereich ist das alles das gleiche?

Oftmals gehören diese Beschwerden und noch viele weitere zusammen, ja! Das sind Kiefergelenkserkrankungen. Man nennt es: cranio mandibuläres Dysfunktionssyndrom kurz CMD.

Bleiben wir bei CMD, die lateinische Bezeichnung ist etwas lang.

Gerne, neben Beschwerden im Kopfbereich ist auch immer der Nacken beteiligt; oft auch andere Bereiche der Wirbelsäule, der Schultern und Hüften. Daneben spielt auch der Geist, die Psyche eine große Rolle, CMD kann auch als Stressphänomen gesehen werden.

Kann ein Zahnarzt allein all diese Probleme behandeln?

Natürlich nicht, eine enge Zusammenarbeit von Therapeuten und Ärzten ist erforderlich, um die Erkrankung schnell und nachhaltig zu Heilen.

Geben sie bitte ein Beispiel aus der Praxis?

Es beginnt mit der Eingangsuntersuchung und der Dokumentation in einem Computerprogramm das expertCMD heißt. Es werden Abdrücke genommen, um später Gipsmodelle herzustellen und eine Aufbißschiene anzufertigen. Die nächste Sitzung beginnt mit manueller Therapie durch Fr. Fünfhausen.

Geschieht dies in ihrer Praxis?

Ja, es gibt einen eigenen Therapieraum, in dem ich auch Akupunktur mache.

therapieraum

Direkt nach der Sitzung bei Frau Fünfhausen nehme ich den Biß für die Schiene, registriere die Lage des Unterkiefers: dies ist ein sehr wichtiger Arbeitsgang. Die Vorbehandlung von Fr. Fünfhausen ist dabei unerlässlich.

Innerhalb einer Woche wird in meinem eigenen Labor unter meiner Aufsicht eine Aufbißschiene angefertig. Die Schiene positioniert den Zubiß in einer Idealstellung, hilft damit die Wirbelsäule aufzurichten und

verhindert das Knirschen. Dies führt zu einer Entspannung der Muskulatur, vereinfacht gesagt.

Sie erwähnten die Akupunktur?

Akupunktur hilft großartig bei CMD und das hat zwei Gründe.

Erstens: die Heilung von Kopfschmerz, Gelenkproblemen, Muskelverspannungen sind ganz typische, erfolgreiche Anwendungen der Akkupunktur.

Zweitens: mit der Ohrakkupunktur lassen sich auch Stressphänomene lindern. Dies führt zu schneller Schmerzfreiheit und zu kurzen Behandlungsdauern.

Durch die Anwendung von Akupunktur und Craniosacral Therapie behandeln wir den ganzen Menschen, Körper und Geist, also ein ganzheitliches Konzept. Mit diesen Therapien haben wir die Möglichkeit die häufigste Ursache der CMD, den Streß mit zu behandeln und unseren Patienten eine andere Sicht auf ihr Schmerzproblem zu geben.

Wen braucht man noch zur Behandlung der CMD?

Das kommt auf den Fall an, Physiotherapie und Osteopathie kommen in Betracht, aber auch ein Schmerztherapeut, ein Orthopäde, ein ganzheitlicher Arzt, ein Radiologe fallen mir ein, und der Patient selbst. Die Mitarbeit des Patienten ist oft entscheidend für den Langzeiterfolg. Das kann vieles sein, regelmäßige Spaziergänge, Schwimmen, Solebäder, Körperübungen, Yoga, Tai-Chi, Meditation, Autogenes Training.

Das geben sie aber nicht auch noch selbst?

(lacht) Nein, aber ich hab alle Adressen in unserem CMD Netzwerk RuhrWest.